Gesellschaft für Ökologie - Willkommen

 

 

GfÖ Jahrestagung 2012

Die GfÖ-Jahrestagung 2012 wird vom 10.-14. September in Lüneburg stattfinden.

 

Zum Tod von Frau Prof. em. Dr. Dr. h.c. Eleonore Steubing

 

Liebe GfÖ Mitglieder,

 

hiermit muss ich Ihnen die traurige Mitteilung machen, dass Frau Lore Steubing wenige Wochen vor Ihrem 90ten Geburtstag am Morgen des 01.01.2012 überraschend verstorben ist. Wir trauern um eine herausragende Wissenschaftlerin, eine vorbildhafte Ökologin und einen großartigen Menschen.

 

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Eleonore Steubing war eine weltberühmte Botanikerin und kann zweifelsohne als eine der Gründungsmütter der deutschen Ökologie bezeichnet werden. Ihr Weg führte sie über Stationen in Berlin, Greifswald und Potsdam nach Gießen, wo sie 1958 Assistentin am Botanischen Institut der Universität wurde. Nach ihrer Ernennung zur ordentlichen Professorin war sie von 1969 bis 1988 Direktorin des Instituts für Pflanzenökologie. Die Neugründung eines botanischen Instituts mit ökologischer Ausrichtung war eine Pioniertat, der weitere folgen sollten. So rief Lore Steubing zum Beispiel im Jahre 1970 fünfzehn gleichgesinnte Ökologinnen und Ökologen des deutschsprachigen Raums nach Gießen, um die Gründung einer modernen wissenschaftlichen Gesellschaft vorzubereiten und damit die Umweltforschung in Deutschland zu befördern. Die formale Gründung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) erfolgte dann im Jahre 1971 - mit Lore Steubing als Gründungspräsidentin.  Unsere Gesellschaft hat sich inzwischen als weltweit drittgrößte Vereinigung ihrer Art zu einer breiten Plattform für ökologische Forschung entwickelt und bietet - ganz im Sinne Lore Steubings - insbesondere jungen Menschen Orientierung und ein Forum für den wissenschaftlichen Austausch.

 

Nach ihrer Emeritierung wurde Lore Steubing 1990 zur Honorarprofessorin an der East China Normal University in Shanghai (China) ernannt. Im Januar des Jahres 1994 folgte die Ernennung zur Honorarprofessorin an der Universidad Austral de Chile in Valdivia (Chile), deren Leitspruch "Conocimiento y Naturaleza" (Wissen und Natur) auch ein Lebensmotto der Gießener Ökologin hätte sein können. Wenige Monate später verlieh ihr die landwirtschaftliche Universität Gödöllö (Ungarn) für ihre Verdienste um die Umweltforschung die Ehrendoktorwürde. Letztere sollte ihr schon viel früher verliehen werden - aber der erste Anlauf scheiterte an den Vorbehalten gegenüber einer 'Republikflüchtigen'. Es folgten viele aktive und produktive Jahre, in denen Lore Steubing scheinbar ohne zu altern stets durch Tatkraft, Scharfsinnigkeit, Engagement und Redegewalt beeindruckte. Viele werden sich noch an den brillanten Vortrag erinnern, den Lore Steubing als 88-jährige während der Jahrestagung der GfÖ 2010 in Gießen hielt: eine 45 minütige Lehrstunde zur Geschichte der Ökologie ohne Manuskript und ohne sich auch nur ein einziges Mal aufzustützen oder gar anzulehnen! Im Nachhinein wirkt es fast wie ein wissenschaftliches Vermächtnis, wie Lore Steubing sich im Jahr des Scheiterns der Agenda 2010 mit flammenden Worten für Artenkenntnis und den Erhalt der Biodiversität einsetzte.

 

Zusätzlich zu ihrem wissenschaftlichen Oeuvre auf den Gebieten Ökophysiologie, Ökotoxikologie, Bodenökologie und Umweltschutz hat Lore Steubing durch ihre anschaulichen und enorm sachkundigen Lehrbücher ganze Generationen von Ökologinnen und Ökologen geprägt. Als eine der ersten Professorinnen an der Justus-Liebig-Universität hat sie aber auch nie vergessen, dass ihr als Frau in einer von Männern dominierten Wissenschaftswelt eine besondere Rolle zukam. So nahm sie im Oktober 2008 an dem Festakt "Hundert Jahre Frauenstudium an der Universität Gießen" teil und berichtete als Zeitzeugin über ihre persönlichen Erfahrungen als Wissenschaftlerin an einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät. Ihr unnachahmlicher Erzählstil führte dazu, dass man über die lächerlichen Widerstände, die ihr damals entgegen schlugen, fast schmunzeln musste - bis man merkte, dass sich so viel eigentlich noch gar nicht geändert hat.

 

Wie werden das Andenken an Lore Steubing stets in unseren Herzen bewahren!

 

Volkmar Wolters

Präsident der GfÖ

 

 

Aktivitäten der Arbeitskreise

AK Theorie in der Ökologie

Workshop "Vulnerabilität & Schwellenwerte in der Ökologie",

6.-8. März 2012, Berlin

 

AK Gentechnik und Ökologie

International Conference on Implications of GM Crop Cultivation at Large Spatial Scales (GMLS) in Bremen

14./15. Juni 2012

Tagungs-Website: http://gmls.eu/

 

GfÖ Förderpreise 2011

Von links nach rechts: Dr. Melissa A. Dawes, Tamalika Chakraborty, Dr. Juliano Sarmento Cabral, Prof. Dr. Volkmar Wolters (GfÖ Präsident), Dr. Yann Clough, Dr. Ilona Leyer

 

Im Rahmen der Award Session der 41. Jahrestagung der GfÖ in Oldenburg vergab die GfÖ am 7. September 2011 den Horst-Wiehe-Förderpreis sowie GfÖ-Förderpreise für zwei herausragende Dissertationen (GfÖ-Dissertations-Förderpreise), für eine herausragende Masterarbeit (GfÖ-Master-Förderpreis) und für ein besonders innovatives Projekt (GfÖ-Projekt-Förderpreis). Des Weiteren wurde in der Award Seesion der MCED-Preis vergeben. 

 

 

Resolution der 40ten Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie 2010 in Gießen

Das 2013 Ziel – eine neue Chance für die Biodiversität in Europa

Biologische Vielfalt ist die Grundlage unseres Lebens. Die Zukunft dieser Vielfalt wurde während der 40ten Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) von über 500 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus 34 Nationen diskutiert. Diese sind äußerst besorgt darüber, dass das 2010 Ziel für die Biodiversität nicht erreicht wurde. Es ist nicht gelungen, die dramatische Zerstörung der Biodiversität
entscheidend aufzuhalten. Im Gegenteil: Ökosysteme, Arten und genetische Informationen gehen immer rascher verloren, in Europa überwiegend durch intensive und nicht nachhaltige Landnutzung. Jetzt muss entschlossen gehandelt werden. Dazu rufen die Teilnehmer der Tagung alle Politiker und Verantwortlichen auf. (mehr ...)

 


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